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Post Coronavirus Reset

Auch wenn wir uns in Mitten einer weltumspannenden Krise befinden, dürfen wir schon heute an die Zeit danach denken. Matthias Horx zeigt uns mit seinem Artikel „48 – die Welt nach Corona“ einen sehr konstruktiven und positiven Weg mit der Ungewissheit der Zukunft umzugehen. Warum ist also dieser Prozess besonders für Unternehmen wichtig?

 

Die Entwicklung des Coronavirus zu einer globalen Pandemie hat die gesamte Welt über Nacht aus ihrer vermeintlichen Komfortzone geschleudert. Ganz unterschiedlich gestaltetes Krisenmanagement und gelebte politische Verantwortung mit großen und kleinen Rettungsschirmen lassen die Angstzone in der wir nun schlagartig landen, mal größer und bedrohlicher erscheinen, oft aber auch nur als Übergang zu einem neuen Normal, auf das wir uns alle nun einstellen.

In Wahrheit ist es aber ein Pendeln zwischen dem Reiz nun endlich flächendeckend das auszuprobieren, von dem wir die letzten Monate intensiv gesprochen haben – #newwork und #fridayforfuture – und der Angst genau mit diesen Idealkonzepten zu scheitern.

In den nächsten Wochen und Monaten werden wir sehr viel ausprobieren und beobachten und damit unendlich viele Selbsterfahrungen sammeln, die eine große Auswirkung auf unser Post-Corona-Ich haben werden.

Sind wir alle für den großen #newwork Selbstversuch bereit?

Wollen wir tatsächlich von zu Hause arbeiten? Wollen wir unsere Zeit und Produktivität selbst verantworten? Wissen wir tatsächlich etwas mit unserer (gewonnen) Freizeit anzufangen? Kann digitaler Fortschritt tatsächlich zwischenmenschliche Beziehungen ersetzen bzw. werden unsere Beziehungen erst durch die Distanz gestärkt? Sind wir als Unternehmen technologisch bzw. als Person psychisch tatsächlich agil und können wir uns somit rasch auf neue Situationen einstellen? Sind wir tatsächlich bereit lokale bzw. regionale Wertschöpfungsketten um jeden Preis zu fördern? Sind wir auch bereit (vermeintliche) Freiheit dafür wieder aufzugeben? Wollen wir uns Service, Dienstleistung und sozialen Frieden leisten? Sollen unsere Kinder für das Leben oder doch für die Schule lernen? Sind wir bereit uns um unsere Kinder zu kümmern und wo ist eigentlich die Grenze zu unseren Nachbarn?

Doch was bringt das Post-Corona-Leben wirklich? Natürlich kann es jetzt darauf keine Antwort geben – Einigkeit herrscht jedoch darüber, dass nichts mehr so sein wird wie vorher. Dies ist auch nicht weiters verwunderlich, denn man kennt es aus Erzählungen von Menschen, die bereits persönliche tiefe Krisen erlebt haben. Oft ändern diese ihre Vorstellung vom Leben radikal und diesmal trifft es eben alle Menschen, politische Systeme, gesellschaftliche Systeme, wirtschaftliche Systeme, soziale Systeme und technologische Systeme.

Das wirtschaftliche „Post Coronavirus Betriebssystem“ wird anders sein, als wir es kennen.

Was aber, wenn wir in ein paar Wochen oder Monaten an unsere Arbeitsplätze zurückkehren werden – wenn wir die Erlaubnis zum wirtschaftlichen Restart bekommen? Auf einen einfachen Reboot zu setzten wird wohl die schlechteste Strategie sein, denn das Betriebssystem wird nicht mehr dasselbe sein.

Die Betriebe füllen sich nun mit einer Post-Corona-Gesellschaft und die Unternehmen werden sich die Fragen stellen müssen – welche Erfahrungen habe ich in den letzten Wochen und Monaten bei meinen Mitarbeitern gelassen? Welche Traumata haben sie erfahren und was bringen sie zurück an ihre Arbeitsplätze?

Ein einfacher Restart oder Reboot wird wohl die schlechteste Option darstellen.

Auch diese Veränderung werden wiederum Menschen mit sozialer Intelligenz und Leadership bewältigen und nicht Maschinen mit #ai. Was können wir also heute schon dafür tun? Wir können jetzt aufmerksam unsere Erfahrungen sammeln und bereit sein für den Post Coronavirus Reset – denn wir werden hoffentlich schon in wenigen Wochen oder Monaten auch das „New-Normal“ wieder verlassen dürfen.